Läufer in der Dämmerung

Über SHOE

Wir bauen Schuhe, die man zweimal kauft — aber nicht, weil sie kaputtgehen.

2019 in Berlin gegründet, ursprünglich als Reparaturwerkstatt. Heute entwerfen wir selbst und lassen dort fertigen, wo wir vorher Schuhsohlen getauscht haben.

Geschichte

Angefangen mit einem Sohlenwechsel

Die erste Werkstatt stand in einem Hinterhof in Neukölln. Zwei Schuhmacher, eine Presse, sechs Regale. Kundinnen brachten Laufschuhe, deren Zwischensohle nach 800 Kilometern durch war — und hörten von uns zum ersten Mal, dass man das reparieren kann.

2021 haben wir angefangen, selbst zu entwerfen. Nicht, weil die Welt noch ein Schuhlabel braucht, sondern weil wir die Modelle reparieren wollten, die es nicht mehr gab: mit dicker Sohle, ohne Logo, mit Leder, das man nach zehn Jahren noch tragen kann.

Heute arbeiten 41 Menschen für SHOE, davon elf in der Werkstatt in Berlin. Wir verkaufen direkt, ohne Zwischenhändler — das ist der Grund, warum ein rahmengenähter Lederschuh bei uns 199 € kostet und nicht 340 €.

Werkstatt

Zahlen & Fakten

Was sich nachprüfen lässt

Stand: Oktober 2026. Zahlen lieber unrund und echt als glatt und erfunden.

41

Mitarbeitende, davon 11 in der Werkstatt Berlin

2

Werke: Guimarães (PT), Almansa (ES)

68 %

unserer Modelle sind nachbesohlbar

3.412

Reparaturen seit 2019, davon 1.108 Sohlen

Materialien

Woher das Leder kommt — und wo wir noch nicht weiter sind

Lederschuhe am Fuß

Kalb- und Rindsleder kommen von zwei Gerbereien in Igualada (Spanien) und Alcanena (Portugal). Beide gerben vegetabil mit Rinde und Blättern, beide sind LWG-zertifiziert (Gold bzw. Silber). Chrom VI wird nicht eingesetzt — geprüft wird das von einem unabhängigen Labor, zweimal pro Jahr, auf unsere Kosten.

Sohlen aus Kautschuk-Rezyklat (30–40 %), Zwischensohlen aus EVA und Stickstoff-Schaum. EVA recyceln wir bisher nicht — das ist die größte Lücke in unserer Bilanz.

Textilien sind GRS-zertifiziert, wo wir recyceltes Polyester einsetzen. Baumwolle nur GOTS, weil konventionelle Baumwolle in der Lieferkette nicht kontrollierbar ist.

  • Jede Charge ist bis zur Gerberei zurückverfolgbar (Chargennummer in der Zunge).
  • Kein Leder aus Abholzung gefährdeter Gebiete — Erklärung der Gerbereien liegt uns vor.
  • Offen: EVA-Zwischensohlen werden bisher nicht zurückgenommen.

Manufaktur

Was in den Werken passiert

In Guimarães entstehen Sneaker und Laufschuhe: sieben Nähstationen, eine Pressstation, eine Endkontrolle pro Schuh. In Almansa werden Lederschuhe und Boots rahmengenäht — Handarbeit, 90 Minuten pro Paar.

Wir zahlen 11 % über dem regionalen Tarif und besuchen beide Werke zweimal im Jahr. Alle Modelle werden vor Produktion im Werk getragen: 60 Kilometer Probelauf, dokumentiert.

Schuhregal

Haltung

Vier Regeln, an die wir uns halten

Keine Rabattschlachten

Zwei Aktionen pro Jahr, angekündigt. Kein Preis, der drei Wochen später 40 % billiger ist.

Kein Logo auf dem Schuh

Markenname innen in der Zunge. Wer den Schuh trägt, soll ihn nicht vorzeigen müssen.

Keine Saisonware

Was funktioniert, bleibt im Programm. Farben wechseln, Modelle nicht.

Keine Luftfracht

Alles kommt per Lkw und Schiff. Deshalb sind Nachlieferungen manchmal vier Wochen weg.